Details über Google Android:
Wenig aufregend

Andreas Göldi, 13. November 2007 04:12 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Wie versprochen hat Google heute Details über seine neue Mobiltelefonplattform “Android” publiziert. Die Informationen sind bisher aber für ein rein technisches Publikum gedacht. Beispielsweise erklärt da ein freundlicher Google-Onkel, wie man seine erste Anwendung auf Android programmiert (man beachte die vielen lustigen Android-Maskottchen sowie die obligatorische Google-Lavalampe im Bild).

Android
Ein paar Demos erster Anwendungen gibt es immerhin auch. Was da zu sehen ist, haut aber wirklich niemanden vom Stuhl. Die Benutzeroberfläche sieht aus wie eine Kreuzung von Nokia S60 und Blackberry, vermischt mit ein paar iPhone-ähnlichen Grafikeffekten.

Die sonst gezeigten Dinge heben Googles Plattform bei besten Willen nicht von der etablierten Konkurrenz ab: Natürlich gibt es eine prima Implementierung von Google Maps, aber eine fast so gute gibt es auf den anderen Plattformen auch. Der Webbrowser basiert wie der des iPhone und der von Nokia auf Apples Webkit-Framework. 3D-Grafik (samt “Quake”-Implementierung) ist auch eingebaut, aber auch das gibt es anderswo schon lange. Aufregung und Aufbruchsstimmung wie beim iPhone wird Google damit garantiert nicht auslösen.

Selbst bei der ausführlichen Erklärung der Android-Architektur sucht man vergeblich nach grossen Überraschungen. Auf der untersten Ebene werkelt ein Linux-2.6-Kernel, darüber gibt es ein paar allgemeine Libraries für Grafik, Mediendekodierung und Datenspeicherung, und darauf wiederum setzt ein Applikationsframework auf, das dem Programmierer allerlei schöne Funktionen zur Verfügung stellt. Am vielleicht bemerkenswertesten ist die neue Virtual Machine “Dalvik”, die eine besonders effiziente Ausführung von Java-Code ermöglichen soll.

Bemerkenswert ist, dass Google trotz all der Offenheits-Schwüre sich damit ausserhalb des etablierten Java-Community-Prozesses bewegt. Google nimmt also das Beste aus anderen Welten (Linux, Java, SQLite, etc.) und fügt eine letztlich ziemlich proprietäre Komponente hinzu, auf die Android-Anwendungen angewiesen sind. Was? Hat da jemand “Microsoft-Methode” gesagt?

Jedenfalls setzt Google ganz klar auf Entwickler. Aufgrund der bisher vorliegenden Informationen sieht es danach aus, dass Android für Mobiltelefon-Verhältnisse besonders einfach programmierbar ist. Google scheint zu hoffen, dass die zu erwartende Vielzahl an Android-Applikationen der Plattform zum Durchbruch verhelfen wird. Das bleibt abzuwarten. Für Symbian, Windows Mobile und Palm gibt es je tausende von Anwendungen, aber besonders entscheidend war das im Kampf der Plattformen bisher kaum. Besonders den Durchschnittsusern scheint bisher eine Erweiterungsfähigkeit des Mobiltelefons über ein paar Ringtones und Java-Games hinaus ziemlich egal zu sein. Darum beschränkten sich die Proteste über die Geschlossenheit des iPhones bisher mehr oder weniger auf die Geek-Szene.

Vielleicht kann das Google ja ändern und Mobiltelefone zur echten Universalplattform machen. Aber bisher scheinen die Ideen zu fehlen, auch Normaluser für Android zu begeistern.

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2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Sandro

    schrieb am 13. November 2007 um 16:15 Uhr (#)

    Ich habe jetzt drei mal auf den Play-Button geklickt, bis ich gemerkt habe, dass hier nicht ein Youtube video eingebunden wurde, sondern ein Screenshot von einem Youtube Video verlinkt wurde… ;-)

  2. vool

    schrieb am 13. November 2007 um 18:01 Uhr (#)

    so gings mir auch. Trotzdem finde ich ein neues Betriebssystem für angepasst. Mal schauen was dabei rauskommt und was Google in Zukunft treibt (Google-Handy? :))


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